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Institut Appenzell (Ausserrhoden)

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Müssen Schulen Orte digitaler Bildung werden?

Lernen geschieht analog, nicht digital! Englische Vokabeln, lateinische Grammatik, Physikformeln, Buchungssätze oder die Anleitung für eine Gedichtanalyse: Alles Lernen fängt mit Beobachtung an und muss sich letztlich im Langzeitgedächtnis als Nerven-Synapsen-Veränderung wiederfinden. Präge Dir den neuen Stoff ein, heisst es oft und könnte bedeuten: Informationen werden digital in eine Schallplatte eingepresst, in eine DVD per Laser eingebrannt oder in eine Festplatte magnetisch eingeschrieben? Doch in eine LP wird die Musik analog geritzt, eine neue Sportbewegung oder ein neues Musikstück wird nicht eingepresst oder gelocht, sondern mit viel Übung entwickeln sich die Fähigkeiten nach und nach. Organisches Wachstum ist etwas völlig anderes als digitales Abspeichern.

Warum lesen und hören wir dennoch ständig von digitaler Schule, digitalem Unterricht und digitaler Arbeitswelt? Die grossen Internetkonzerne subventionieren die Erschliessung dieser potentiell sehr ertragreichen Märkte. Dort wird gross gedacht: Fünf staatliche Milliarden Euro für den Digitalpakt Schule sind ja nur ein „kleiner“ Anfang, es braucht mehr. Und jedes Jahr wieder! Es warten riesige Umsätze durch staatliche Aufträge. Mehr Lehrer, mehr Betreuungspersonen, mehr Sanierungen der verfallenden Schulen: Das geht leider nicht, die Hardware und Software von gestern müssen ersetzt, die Lehrer für die digitale Medienkompetenz geschult, die professionellen EDV-Betreuer gesucht und eingestellt werden.

Die digitale Technik ist - wie jede Technik - ein Mittel zu höherer Produktivität und kein Selbstzweck. Auch wenn Lehrer sich „digital“ auf den Unterricht vorbereiten, der Direktor „digital“ seine Schule organisiert, bleiben Lernen, Schule und Schüler analog. Ob der Unterrichtsstoff auf die Tafel oder auf das Whiteboard geschrieben wird, ist für den Lernenden erstmal gleichwertig. Über den Lernerfolg entscheidet vielmehr, ob die Schule überhaupt genügend Lehrer bereitstellen kann, die die pädagogische Erfahrung und die Begeisterung mitbringen, um eine 8. Klasse aus ihrer Lethargie zu reissen.

Daher: Lasst Schulen Orte der analogen Bildung sein!

Gerne steht das ABACUS-Institut Kanton Appenzell Ausserrhoden unter der Leitung von Fluregn Fravi für weitere Fragen zur Verfügung.

Tel.: 071 / 220 15 30